Neuer Band Musikwissenschaftliche Schriften zu Wolfgang Jacobi

2021 01 28 Schriftenreihe Band 15 Jacobi 02


Im Dezember 2020 ist mit einem neuen Band der von Prof. Dr. Claus Bockmaier herausgegebenen Schriftenreihe »Musikwissenschaftliche Schriften der HMTM« ein weiteres wichtiges Stück Musik- und auch Hochschulgeschichte veröffentlicht worden: Der 15. Band, herausgegeben von Birger Petersen, widmet sich dem Leben und Schaffen des Komponisten und Münchner Hochschullehrers Wolfgang Jacobi (1894–1972).

Der 1894 auf Rügen geborene Wolfgang Jacobi gehörte in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren zu den erfolgreichsten Komponisten der Berliner Musikszene. Jacobi traf als »Entarteter« 1933 das Berufs- und Aufführungsverbot: Er zog zunächst nach Italien, musste das Land aber 1935 wieder verlassen und verbrachte die Kriegsjahre in München. Nachdem er unter anderem die Vernichtung aller in Berlin zurückgelassener Kompositionen verkraften musste, gehörte er nach 1945 zu den prägenden Persönlichkeiten der Hochschule für Musik und Theater München, an der er ab 1949 als Professor für Musiktheorie lehrte.

In seinem Beitrag »Musikwissenschaft und Musiktheorie in der Nachkriegszeit an der Münchner Musikhochschule« (S. 57–92) rückt Prof. Dr. Claus Bockmaier die wissenschaftlich-theoretische Fachgeschichte jener Zeit an der HMTM in den unmittelbaren Fokus. Als fester Bestandteil des Lehrpersonals der Hochschule war Jacobi nach Kriegsende wesentlich an der kulturellen Wiederaufbauarbeit nach der »Stunde Null« beteiligt. In der weiteren Erforschung und Sichtbarmachung seines Werkes und Verdienstes, leistet der nun erschienene Band einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an unserer Hochschule.

Der Band entstand in Folge einer Tagung, die im Herbst 2019 aus Anlass des 125. Geburtstags des Komponisten und Hochschullehrers Wolfgang Jaboci am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald stattfand. Weitere Beiträge in der insgesamt 210 Seiten umfassenden Publikation stammen von Andreas Ullrich, Birger Petersen, Yvonne Wasserloos, Gesa zur Nieden, Wolfgang Haas, Felicitas Winter, Gesine Schröder, Jan Philipp Sprick, Sebastian Bolz, Ekkehard Ochs und Barbara Kienscherf.