Studierende komponieren zu Ausstellung von Werner Kroener in Trier

2020 06 26 Echo Ausstellung Müller Wieland Komposition

Studierende der Kompositionsklasse Prof. Jan Müller-Wieland und Studierende aus verschiedenen Instrumentalstudiengängen komponierten einen musikalischen Audioguide zur Ausstellung »ECHO« des Künstlers Werner Kroener am Rheinischen Landesmuseum Trier. Die Eröffnung fand im Juni 2020 statt – noch bis zum 21. März können die Kunstwerke vor Ort und zusätzlich auch digital erlebt werden. »ECHO« ist die dritte Ausstellung des Werkzyklus »TIME CODES«. In ihr setzt sich der Künstler mit Werken der Antike auseinander und stellt Abbilder antiker Originale seiner digitalen, selbstleuchtenden Malerei gegenüber.

In der Arbeit am Audioguide kreierten die Studierenden analog zu den acht Räumen der Ausstellung acht elektronische Raumkompositionen. Den roten Klang-Faden der Kompositionen bilden kleinste, alltägliche Geräusche – beispielsweise der Kurz-Sound einer erhaltenen SMS oder das Klicken und Klacken in einer Küche. Hinzu kommen in jedem Raum unterschiedliche Improvisationen, Zitate und Ideen: Im ersten Raum sind es teuflische Repetitionen am Klavier von Yanina Bielai, in Raum 2 eine elektrische Violine mit Loop-Pedal zu Wörtern aus Rilkes »Duineser Elegien« (Alisa Spilnik). Auf das wilde Dröhnen des Schlagzeugers Christian Benning in Raum 3 und 4 folgen in Raum 5 Saxophon- und Opernarien-selige Traumlandschaften in Anlehnung an »Lucia di Lammermoor« (Johannes Obermeier, Saxophon / Solomía Antonyak, Sopran). Ein alter, unstimmbarer Blüthner-Flügel erklingt in Raum 6, in Raum 7 sind es eine Violine und ein Klavier – elektronisch entfremdet und verzerrt. Zu Christoph Schönfelders Orgelspiel löst sich alles in Raum 8 abschließend auf.

Die Raumkompositionen können auch auf der Website zur Ausstellung angehört werden:

http://www.time-codes-echo.de/musik.html

Kompositionen von Faris Badarni, Christian Felix Benning, Yanina Bielai, Jan Müller-Wieland, Johannes Obermeier und Alisa Spilnik

Künstlerische Leitung: Prof. Jan Müller-Wieland

Produktion: Faris Badarni

Musikerinnen und Musiker: Solomía Antonyak (Gesang), Christoph Schönfelder (Orgel)

// 27.7.2020 //