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Promotionen in der Musikpädagogik 2016 PDF Drucken einem Freund erzählen
Am 22. Dezember 2016 überreichte Präsident Prof. Dr. Bernd Redmann (li.) Dr. Verena Seidl und Dr. Verena Wied (re.) die Urkunden zum erfolgreichen Abschluss des Promotionsverfahrens (Mitte: Prof. Dr. Hans-Ulrich Schäfer-Lembeck, der Betreuer beider Arbeiten). Die Beteiligten freuen sich über die ersten musikpädagogischen Promotionen am Haus.

Verena Seidl hat eine Doktorarbeit zum Thema »Musiklernen durch Gruppenimprovisation. Eine Text- und Interviewstudie« und Verena Wied zum Thema »Percussion im Musikunterricht. Eine funktionale Analyse von Interviews« vorgelegt. Die beiden Forschungsarbeiten sind als Bd. 4 und 5 der Reihe der Musikpädagogische Schriften der Hochschule erschienen.

Improvisieren, besonders das Improvisieren in und mit der Gruppe, wird oft als vergnügliche und erfüllende Praxis erlebt. Darüber hinaus werden dem Improvisieren auch speziell musikpädagogische Qualitäten zugeschrieben, die es geradezu für musikunterrichtliche Zwecke und Anliegen prädestinieren. Die Tatsache, dass derlei Darlegungen vielstimmig und nicht nur auf den ersten Blick keineswegs deckungsgleich sind, gaben den Anstoß zu einer eingehenden Beschäftigung in Gestalt einer empirischen Studie, in der untersucht wurde, welche Überlegungen Anleitende von Gruppenimprovisationen über Musiklernen durch Gruppenimprovisation äußern – mit dem Ziel, abgesicherte Aussagen über musikunterrichtliche Praxis zu erlangen. In diesem Kontext liefert die Studie von Verena Seidl in ihren Ergebnissen eine wissenschaftliche Vorarbeit für didaktische Theorien der Improvisation im Musikunterricht. 
Musiklernen durch Gruppenimprovisation.jpg
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Percussion im Musikunterricht.jpg
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Grundlage der von Verena Wied vorgelegten Forschungsarbeit sind Interviews, in denen Musiklehrerinnen und Musiklehrer davon berichten, was ihnen durch den Einsatz von Percussion in ihrem Unterricht gut gelingt. Die Erzählungen von »gutem« Musikunterricht werden dabei nicht in Zweifel gezogen, sondern vergleichend analysiert. In wiederkehrenden Begründungen erscheint Percussion als Gegenstand, der es ermöglicht, verschiedene Probleme des Unterrichtens von Musik zu lösen. Die in den Interviewtexten beobachteten Probleme werden anschließend mit zu Percussion funktional äquivalenten Lösungen verglichen. Dadurch werden einerseits zahlreiche andere Umgangsformen mit Musik als Alternative zu Percussion, andererseits auch weniger reflektierte Praxen des Unterrichtens sichtbar und einem kritischen Hinterfragen zugänglich. Die Untersuchung versteht sich als Beitrag zur Unterrichtsforschung, den theoretischen Rahmen bilden Überlegungen der konstruktivistischen Systemtheorie Niklas Luhmanns.