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Rückblick: Preisträgerkonzert des Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerbs PDF Drucken einem Freund erzählen
Stefan Conradi, Maxim Seloujanov, Hans-Henning Ginzel und Prof. Wen-Sinn Yang
Stefan Conradi, Maxim Seloujanov, Hans-Henning Ginzel und Prof. Wen-Sinn Yang

Für Violoncello und Klavier war der diesjährige Harald-Genzmer-Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben, der mit dem Preisträgerkonzert am 18.10.2012 seinen Abschluss findet. Mit dem ersten Preis zeichnete die Jury den Münchner Kompositions- und Violoncellostudent Hans-Henning Ginzel für sein Werk »Der armselige Prometheus - nach einer Satire von André Gide« aus. Uraufgeführt wird auch die Komposition des Österreichers Maxim Seloujanov »II. makimono: Auch ein dürrer Baum belebt die Landschaft (ein japanisches Sprichwort)«, der den Dritten Preis erhielt. Ein Zweiter Preis wurde nicht vergeben. Im Preisträgerkonzert erklingen außerdem Werke von Harald Genzmer und Paul Hindemith, die von den Violoncelloklassen der Hochschule gespielt werden.

Anna Khubashvili (Violoncello) und Susanne Luntsch (Klavier) interpretieren das prämierte Werk »II. makimono«
Anna Khubashvili (Violoncello) und Susanne Luntsch (Klavier) interpretieren das prämierte Werk »II. makimono«
Komponisten aus aller Welt beteiligten sich anonym am Harald-Genzmer-Kompositions-Wettbewerb, den die Harald-Genzmer-Stiftung in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Theater München und dem Deutschen Musikrat: Jugend musiziert dieses Jahr zum zweiten Mal ausschrieb und der mit einer Preissumme von insgesamt 6.000 € ausgestattet ist. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Verbindung hoher spielmusikalischer Praktikabilität mit präzisen ästhetischen Vorstellungen zu prämieren. Diese Kriterien ergeben sich ganz selbstverständlich aus dem musikalischen Denken von Harald Genzmer: Neu entstehende Werke sollten »vital, kunstvoll und verständlich sein – als praktikabel mögen sie den Interpreten für sich gewinnen, als erfassbar sodann den Hörer« (H. Genzmer, 1978). Die Kompositionen sollen zudem dem Wettbewerb »Jugend musiziert« als Repertoireerweiterung dienen.


Hans-Henning Ginzel (Violoncello) und Danai Vritsiou (Klavier) interpretieren das prämierte Werk »Der armselige Prometheus«
Hans-Henning Ginzel (Violoncello) und Danai Vritsiou (Klavier) interpretieren das prämierte Werk »Der armselige Prometheus«
Die beiden prämierten Werke setzen diese Vorgaben auf unterschiedliche Weise sehr gelungen um: Hans-Henning Ginzel überträgt in »Der armselige Prometheus« über mehrere Sätze hin erzählend die narrativen Elemente einer Satire von André Gide in seine Komposition. Traditionelle Spieltechniken verbindet er hierbei geschickt mit experimentellen Klangelementen in beiden Instrumenten. Demgegenüber ist »II. makimono« von Maxim Seloujanov ein eher statisches, klangzuständliches Stück, das nach dem Modell eines japanischen Sprichworts vielgestalterische Klangatmosphären erzeugt, die im Laufe der Komposition variieren ohne ihrem Duktus untreu zu werden.




Am 18. Oktober 2012 wurden die prämierten Werke – neben Werken Harald Genzmers und Paul Hindemiths – einem begeisterten Publikum im Großen Konzertsaal der Hochschule vorgestellt.



Programmheft