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Preisträger des Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerbs 2012 PDF Drucken einem Freund erzählen
Die Jury 2012
Die Jury 2012

Der Münchner Kompositions- und Violoncellostudent Hans-Henning Ginzel wurde beim diesjährigen Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerb für sein Werk »Der armselige Prometheus - nach einer Satire von André Gide« mit dem Ersten Preis ausgezeichnet. Der Wettbewerb wurde für eine Komposition in der Besetzung »Violoncello und Klavier« ausgeschrieben. Der Dritte Preis geht an den österreichischen Komponisten Maxim Seloujanov, dessen Werk »II. makimono: Auch ein dürrer Baum belebt die Landschaft (ein japanisches Sprichwort)« die Jury überzeugte. Ein Zweiter Preis wurde nicht vergeben.



Hans-Henning Ginzel
Hans-Henning Ginzel

Komponisten aus aller Welt beteiligten sich anonym am Harald-Genzmer-Kompositions-Wettbewerb, den die Harald-Genzmer-Stiftung in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Theater München und dem Deutschen Musikrat: Jugend musiziert dieses Jahr zum zweiten Mal ausschrieb und der mit einer Preissumme von insgesamt 6.000 € ausgestattet ist. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Verbindung hoher spielmusikalischer Praktikabilität mit präzisen ästhetischen Vorstellungen zu prämieren. Diese Kriterien ergeben sich ganz selbstverständlich aus dem musikalischen Denken von Harald Genzmer: Neu entstehende Werke sollten »vital, kunstvoll und verständlich sein - als praktikabel mögen sie den Interpreten für sich gewinnen, als erfassbar sodann den Hörer« (H. Genzmer, 1978). Die Kompositionen sollen zudem dem Wettbewerb »Jugend musiziert« als Repertoireerweiterung dienen.


Maxim Seloujanov
Maxim Seloujanov


Die beiden prämierten Werke setzen diese Vorgaben auf unterschiedliche Weise sehr gelungen um: Hans-Henning Ginzel überträgt in »Der armselige Prometheus« über mehrere Sätze hin erzählend die narrativen Elemente einer Satire von André Gide in seine Komposition. Traditionelle Spieltechniken verbindet er hierbei geschickt mit experimentellen Klangelementen in beiden Instrumenten. Demgegenüber ist »II. makimono« von Maxim Seloujanov ein eher statisches, klangzuständliches Stück, das nach dem Modell eines japanischen Sprichworts vielgestalterische Klangatmosphären erzeugt, die im Laufe der Komposition variieren ohne ihrem Duktus untreu zu werden.


Die beiden Kompositionen werden, neben Werken Harald Genzmers und Paul Hindemiths, am Donnerstag, den 18. Oktober 2012 um 19 Uhr von den Celloklassen der Hochschule im Großen Konzertsaal der Arcisstraße 12 uraufgeführt.