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Jan Müller-Wieland – Professor für Komposition PDF Drucken

Prof. Jan Müller-Wieland
Prof. Jan Müller-Wieland
Nach seinem Studium bei Hans Werner Henze, Friedhelm Döhl und Oliver Knussen lebte der 1966 in Hamburg geborene Jan Müller-Wieland durch Stipendien der Villa Massimo (Rom), der Cité des Arts (Paris) und des Tanglewood Music-Center (Leonhard-Bernstein-Foundation, Boston Symphony Orchestra) zwei Jahre im Ausland, bevor er als freischaffender Komponist und Dirigent von 1993 bis 2007 nach Berlin zog. Er erhielt zahlreiche, internationale Preise, u.a. 1993 den Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals und 2002 den »Förderpreis für Komponisten« der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung. Seit 1993 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Hamburg. 2011 wurde er für den GEMA-Autorenpreis in der Kategorie »Oper, Lied« nominiert.
130 Werke entstanden bisher. Darunter vier Sinfonien (1986–1993), Konzerte, Lieder, Kammermusik und Opern: KAIN für die Hamburgische Staatsoper (1992), DAS GASTSPIEL für die Münchner- Biennale (1992), DIE VERSICHERUNG und DIE NACHTIGALL UND DIE ROSE für das Staatstheater Darmstadt (1995/96), KOMÖDIE OHNE TITEL für die Berliner Staatsoper Unter den Linden (1998), DAS MÄRCHEN DER 672. NACHT (Wien, 2000), NATHANS TOD (Görlitz, 2001), DIE IRRE ODER NÄCHTLICHER FISCHFANG (Bonn, 2005), DER HELD DER WESTLICHEN WELT (Köln, 2006), FANNY UND SCHRAUBE (Berlin, 2009), DER FREISCHUSS (Berlin, 2011).
Seit 2007 ist Jan Müller-Wieland Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München, wo er seitdem auch lebt. 2008 weihte er die Münchner Reaktorhalle mit einer Faust-Adaption ein (AVENTURE FAUST nach Birgit Müller-Wieland). 2009 war er Composer-in-residence anlässlich des Eröffnungsfestivals der Alice-Tully-Hall am Lincoln Center in New York. Ab 2010 folgten zumeist abendfüllende Projekte: u.a. DER KNACKS nach und mit Roger Willemsen und dem Ensemble Resonanz, 2012/13 EGMONTS FREIHEIT ODER BÖHMEN LIEGT AM MEER für Sprecher, Sopran, Orgel, Chor und großes Orchester (anlässlich des hundertsten Jahrestages des Ersten Weltkriegs). Die Uraufführung mit den Münchner Philharmonikern dirigierte der Komponist selbst, wie auch die Berliner Erstaufführung am 25. Jahrestag der deutschen Einheit (3. Oktober 2015). 2013/14 entstand für das NDR-Sinfonie-Orchester KÖNIG DER NACHT; ein Drama nach dem Buch Hiob für Sprecher, drei Sängerinnen, Zuspielelektronik und großes Orchester und das Klavierdoppelkonzert ZÄRTLICHE KRÄFTE. Jan Müller-Wieland leitete und komponierte für zahlreiche internationale Spitzenorchester, Ensembles und Solisten. Der Musikwissenschaftler Peter Becker bescheinigte seiner Musik »eine rhetorische Kraft, die ihresgleichen sucht«, Peter Ruzicka definiert Müller-Wielands Musik als »wortgezeugtes Komponieren« und Hans Werner Henze meinte bereits in den frühen neunziger Jahren: »Er hat einen Humor wie Verdi im Falstaff. Denn er kann beides: Komik und Trauer.«